Bauen im Winter

Fertighaus bauen im Winter

Wenn man auch während der kalten Jahreszeit ein Fertighaus bauen möchte, müssen besondere Schutzmaßnahmen vor Regen, Schnee, Frost, aber auch Wind getroffen werden. Bereits vorher sollte man für die Planung folgende Wetterdaten einholen.

  • Durchschnittliche Lufttemperatur
        • Monatsdurchschnitt
        • Minimum
  • Durchschnittliche Niederschlagsmenge bezüglich des Regen- und des Schneefalls
  • Mittlere und Maximale Windgeschwindigkeit
  • Anzahl der Frosttage
  • Anzahl der Nachtfrosttage
     

Bereits bei einem Tagesmittel von unter minus 5 Grad Celsius können die Baumaßnahmen zum Erliegen kommen. Auch extreme Schnee- und Eisbedingungen können dazu führen. Die Terminplanung sollte daher verlängerte Ausschal- und Nachbehandlungsfristen mit berücksichtigen. Natürlich ist dies auch schon wichtig wenn man sich erst ein Grundstück kaufen möchte.

Frischbeton bei der Bodenplatte braucht gewisse Mindestbautemperaturen bei der Verarbeitung: Liegt die Lufttemperatur bei mindestens minus 3 Grad, dann sollte die Mindestbautemperatur des Betons bei plus 5 Grad liegen beziehungsweise bei plus 10 Grad, wenn der Zementgehalt unter 240 Kilo pro Kubikmeter liegt. Bei einer Lufttemperatur von unter minus 3 Grad, muss die Mindestbautemperatur des Betons mindestens 3 Tage plus 10 Grad betragen.

Bei Ausfällen verschiebt sich nicht nur der Termin, sondern die dann zwangsweise untätigen Arbeitnehmer haben auch Anspruch auf Winterausfallgeld. Zunächst müssen sie selbst ihre im Sommer erarbeiteten Überstunden auf die freie Zeit umrechnen lassen. Dann trägt der Arbeitgeber das Winterausfallgeld bis zu einem vom Gewerk abhängigen Satz, ab welchem die Bundesanstalt für Arbeit die Leistungen erbringt.

Es ist gesetzlich geregelt, dass das Winterausfallgeld zu zahlen ist, wenn der Arbeitsausfall "durch zwingende Witterungsgründe verursacht ist und … an einem Arbeitstag mindestens eine Stunde der … betrieblichen Arbeitszeit ausfällt" oder wenn "atmosphärische Einwirkungen … oder deren Folgewirkungen so stark … sind, dass trotz einfacher Schutzvorkehrungen, die Fortführung der Bauarbeiten technisch unmöglich oder wirtschaftlich unvertretbar ist oder den Arbeitnehmern nicht zugemutet werden kann." (Vgl. §§209 ff. SGB III, besonders §211.)

Die Beurteilung solch "zwingender Witterungsgründe" richtet sich nach der Wetterlage und deren Verlauf, der Lage der Baustelle und der Art der zu erledigenden Bauarbeiten, dem Stand dieser Bauarbeiten, und der Witterungsempfindlichkeit der Baustoffe.

Ein Fertighaus im Winter bauen:

Dem Bau eines Fertighauses im Winter steht prinzipiell eigentlich nichts im Wege, nachdem der Keller oder die Bodenplatte aus Beton fertig ist. Kälte und Schnee, machen den Bau zwar nicht unbedingt angenehm sind aber verglichen mit Regen und Sturm aber dann doch das kleinere Übel. Wie Sie auf dem folgenden Foto sehen können ist also Bauen im Winter ohne weiteres möglich im Vergleich zu einem Massivhaus, wo der Beton bei Minusgraden nicht mehr zu verarbeiten ist.

Fertighaus aus Polen, polnisches Fertighaus im Winter gebaut:

Bauen im Winter

 Ein Fertighaus im Winter zu bauen hat noch zusätzlich den Vorteil, dass sich der Schnee viel schneller aus dem Innenbereich entfernen lässt, als Wasser, dass sich durch Regen angesammelt hat. Weitere Fotos finden sie hier.

Wetterlage und deren Verlauf:

Der Sammlererlass Winterbau der Bundesanstalt für Arbeit sieht schlechtes Wetter für gegeben, wenn eines der nachstehenden Kriterien erfüllt ist:

  • Temperatur um 7.00 Uhr mindestens minus 10°C
  • Niederschlagsmenge in 24 Stunden (von 7.00 Uhr des Vortages
  • bis 7.00 Uhr des Haupttages) mindestens 30mm (= 30 L pro Quadratmeter)
  • Schneedeckenhöhe um 7.00 Uhr mindestens 40 cm
  • Neuschneehöhe um 7.00 Uhr mindestens 20 cm
  • Eindringtiefe des Bodenfrostes mindestens 80 cm
  • Windstärken von wenigstens 8 Beaufort, wenn die Einstellung der Bauarbeiten aus Sicherheitsgründen (z.B. wegen Gefahr des Ein- sturzes der Schutzhalle) geboten ist.

Bei Roh- und Tiefbauarbeiten muss dann der Einzelfall nicht näher geprüft werden. Bei Ausbauarbeiten dagegen kann es im Einzelfall auch zu Ausfällen kommen: beispielsweise kann starker Regen- oder Schneefall schlecht ausgebaute Wege unpassierbar machen.

Je nach Wetterlage sind für den Bau mit Beton bestimmte Maßnahmen zu treffen:

      • Temperaturen von über 5 Grad plus und Schlechtwettervorhersage:
      • Beschaffen von Abdeckmaterial.
      • Einplanen von möglichen Ersatzrezepturen.
        • Temperaturen von plus 5 bis minus 3 Grad:
        • Abdecken freier Betonflächen.
        • Einhalten der Mindesteinbautemperaturen von Beton.
        • Verlängern der Ausschalfristen und Nachbehandlungszeiten.
        • Verwendung von Winterrezepturen für Materialmischungen.
        • Bei ungünstiger Wettervorhersage Lieferzeiten von Warmbeton klären und Heizgeräte besorgen.
        • Temperaturen von minus 3 bis minus 10 Grad:
        • Adecken von Schalung und Bewehrung vor dem Betonieren.
        • Verwenden von Winterrezepturen und Warmbeton.
        • Beachten von Mindesteinbautemperaturen.
        • Wärmedämmung bei den Stahlschalungen und den frisch betonierten Bauteilen.
        • Abdecken freier Betonflächen.
        • U.U. Beheizen der Einbauteile.
        • Verlängern der Ausschalfristen und Nachbehandlungszeiten.
        • Bei ungünstiger Wettervorhersage Heizgeräte besorgen, Dämmmöglichkeiten für Pumpleitungen sowie Ausfallzeiten einplanen.
        • Temperaturen unter minus 10 Grad:
  • Vollwetterschutz.
    Beachten der Mindesteinbautemperaturen oder Verwenden einer wärmesdämmenden Schalung.
    Vorheizen von Schalung und Bewehrung.
    Verwenden von Warmbeton.
    Wärmedämmung für Transportgefäße und Pumpleitungen
    Beheizen von Schalung und/oder Beton
       Kontakt

Mehr Informationen?
Preise? Fragen?


Schreiben Sie uns an:

Kontakt

Partnerseite